# 13 Märchen für alle: Von der Kunst des Erzählens

Shownotes

Ob Kinder, Jugendliche oder Senioren: Das Publikum von Monika Piani ist vielfältig. Die Katechetin und ausgebildete Märchenerzählerin ist zu Gast im Podcast. Sie erzählt, warum Jung und Alt gerne Geschichten hören, was Bibelgeschichten und Märchen verbindet und wie sie den Faden wiederfindet, wenn er ihr auf der Bühne einmal abhandenkommt.

Musik: Daniela Achermann

Mehr Informationen gibt es auf unserem Instagram-Kanal @pastoralraum_region_sursee oder auf unserer Homepage www.pfarrei-sursee.ch/podcast «to do und Te Deum» – der Podcast des Pastoralraums Sursee, der macht und glaubt.

Transkript anzeigen

00:00:03: Stellt dir vor, du sitzt bequem und gemütlich hier.

00:00:07: Das Licht ist stimmt und es herrscht eine ruhige Atmosphäre.

00:00:13: Etwas fängt an ein Geschichte zu verzahlen.

00:00:16: Und dann entsteht von deinem inneren Augen ein ganzes Welt.

00:00:21: Das kann es verzahlen!

00:00:24: Mit erstauntlichen Wenigen kann im Kopf eine ganze Geschichte lebendig werden.

00:00:29: Aber wie funktioniert das eigentlich?

00:00:32: Wie schafft man es, dass Leute nicht nur los sind sondern auch richtig in eine Geschichte eintauchen?

00:00:40: Willkommen bei To Do und To Deum.

00:00:42: Der Podcast von Pasterarum Sorsi macht und glaubt.

00:00:48: In diesem Podcast zeigen wir, wieso wir etwas machen wie wir es machen.

00:00:54: Heute geht's um die Kunst

00:00:55: von

00:00:55: erzählen.

00:00:56: Und Merli, biblische Geschichten wo zwischen Wort, Stimme und Fantasie alles passieren kann.

00:01:06: Die Monika Piani ist heute bei uns.

00:01:09: Sie ist Katakitin in den Pastoralraum und ausgebildet die Märchenerzählerin.

00:01:14: Salimonika!

00:01:16: Guten Morgen miteinander!

00:01:20: Sechs bin ich ein Kindervier im Religionsunterricht mit Kindern oder Jugendlichen oder einem Anlass auch mit der pensionierten.

00:01:28: Deins Publikum bei unseren Kilen ist schon divers.

00:01:32: Warum gehören, sowohl junge als auch ältere Personen deiner Meinung so gerne

00:01:38: zu geschichten?

00:01:40: Geschichten können halt verzaubern.

00:01:42: Ich denke, wie du vorhin gesagt hast, es könnten Bilder wecken.

00:01:47: Es könnte aber auch jetzt gerade bei den Senioren all die Erinnerungen wecken, wo sie einfach anspricht oder Kinder.

00:01:56: Sie sehen sich selber in dieser Geschichte und auch die Erwachsene.

00:02:02: wo diese Geschichte irgendetwas für sie kann bedeuten.

00:02:06: Aber ich denke schon auch, man muss die Geschichten halt eben frei erzählen.

00:02:12: Und der Erzählerin oder den Erzählern muss einfach selber all die Bilder vor sich sehen.

00:02:18: Da kann man es überregen!

00:02:22: Zu deinem Erzählerepertoire gehören ja Merli, Novelle, Schwenk, biblische Geschichten.

00:02:30: Hast du einen... Gatigo, du erzählst besonders gerne.

00:02:34: Ja ich erzähle ganz gern Schwenke, das sind lustige Geschichten.

00:02:39: Das hat nichts zu tun mit Sauber oder irgend so aber es hat etwas zu tun einfach mit einer so einen... am Schluss noch eine preise Leichtigkeit.

00:02:51: Ich erzähle auch gerne traurige Geschichte Aber merken einfach das Publikum hat glaube ich lieber fröhliche Geschichten, im Moment sowieso.

00:03:03: Und schaust du oder überleistest wer du vor dir hast und suchst dann so eine passende Schicht aus?

00:03:09: Genau!

00:03:10: Es kommt natürlich darauf ab was du für ein Publikum hast.

00:03:13: Jetzt eben beim Seniorenanlass sind das mehrheitlich senioren.

00:03:17: in den Kielen wie du gesagt hast divers bunt gemischt und im Unterricht haben wir ja auch unseren Lehrplan und da muss die Geschichte zum Lehrplan Leerplan passen und das sind meistens biblische Geschichten.

00:03:33: Nicht nur, nicht nur!

00:03:37: Die Bibel ist die heilige Schrift-Grundlage für unsere christliche Glauben.

00:03:42: Merli sind in erster Linie Kulturgut.

00:03:47: Sie unterscheiden sich also ihrem Anspruch und ihrer Absicht ganz klar.

00:03:53: Aber sie beide verzauben bildhafte Geschichten von tiefen menschlichen ... Bedürfnisse.

00:04:00: Siehst du noch mehr Verbindungen, Gemeinsamkeiten zwischen Bibelgeschichten und Merli?

00:04:08: Es gibt sogar Bücher, die Merli mit biblischen Geschichten vergleichen, wo sie Gemeinsammigkeiten finden.

00:04:17: Aber ich denke bei der Merli geht es auch um Menschen, die etwas erlebt haben.

00:04:28: Und ich denke, man verzelt dann immer weiter.

00:04:33: Irgendwo lebt bei mir immer eine Kerndinne, die wahr ist und wird aber das Ganze weiterverzelt.

00:04:41: Es gibt immer etwas mehr oder ein bisschen Abänderung dazu.

00:04:46: Für mich hat schon jedes Märchen eigentlich einen tiefen Sinn und biblische Geschichten auch.

00:04:52: Also sowieso...

00:04:56: Was sagst du jetzt?

00:04:56: Wie viel darf man beim Verzellen von biblischen Geschichten anbändern oder auch ausschmücken?

00:05:06: Zu den Gunsten der Erzählkunst.

00:05:08: Ich kann ja auch ein Heiko sein!

00:05:10: Ja, bei den biblische Geschichten ist es so, dass wir eine Solo sein sollten.

00:05:16: Ein gutes Beispiel ist zum Beispiel Jona.

00:05:20: Die kommt ja Fisch vor und die Kinder sagen dann mir aber das ist doch ein Wow.

00:05:28: Aber in den Bibeln ist er einfach von einem Fisch gedreht.

00:05:32: Darum erzähle ich auch immer von diesem Fisch.

00:05:35: Hingegen bei der Märchen ist es so, dass man sagt... Man sollte nicht am Text kleben bleiben.

00:05:43: Das ist schade, das haben wir in der Ausbildung gelehrt.

00:05:48: Ich musste noch die Worte einbringen und habe es vergessen, sondern wirklich die eigene Worte zu verzellen finden.

00:05:57: Ich glaube auch nur, dass sie identisch sind.

00:06:00: Aber bei den biblischen Geschichten ist es schon so ... Ein Fisch ist ein Fisch.

00:06:05: Es steht so im Bibel.

00:06:07: Es ist keine Wahl.

00:06:09: Dort halte

00:06:10: ich mich an das.

00:06:12: Genau, dort halte Ich mich an dies.

00:06:16: Wenn wir jetzt ganz konkret zu deinem Erzählhandwerk kommen, wie bereit bist du dich auf ein Geschichte

00:06:23: vor?

00:06:25: Zuerst suche sie, wenn ihr irgendeinen Anlass habt, suche ich eine Geschichte, die könnte passen.

00:06:33: Vielleicht habe ich schon eine Arbeit in meinem Repertoire.

00:06:36: Wenn nicht, suche ich.

00:06:38: Ich suche auch sonst immer wieder Geschichten.

00:06:41: Manchmal laufe ich an ihnen.

00:06:43: Und wenn ich diese Geschichte gefunden habe, dann lese sie zuerst mal.

00:06:49: Dann übersetzen sie ins Burendeutsche.

00:06:52: Das heisst, ich schreibe sie auf dem PC in meinen burendeutischen Wörter.

00:06:59: Sonst stürchen wir ja immer wieder ... So Wörter, die in den Schriftsprach mit uns nicht übereinstimmen.

00:07:08: Und dann kommt natürlich auch noch der Dialekt dazu.

00:07:11: wie sagen wir in diesem Wort?

00:07:14: und dann tue ich Bilder zu zeichnen.

00:07:17: Es ist eine kürzere Geschichte, es gibt meistens sieben Bilder, längere Geschichten gibt bis neun Bilder wo ich mir einfach so ... man sagt dem der Märlichreis, wo diese Bilder im Kreis angeordnet sind.

00:07:32: Der Märlichreis hilft dir auch, wenn du dich wieder vorbereitet hast auf die Geschichte.

00:07:38: Einfach schnell deine Bilder anzuschauen und dann hast du schon wieder Bilder in dir drin, wo du weitergehen kannst.

00:07:48: Und wenn wir ein Märchen richtig durch den Arbeiten gehen, geht man auch ... Wenn es jetzt ein Märch von Irland ist, gehe ich im Internet ein bisschen surfen.

00:07:58: Was ist typisch für ihr Land?

00:07:59: Vielleicht war ich schon selber dir und weissviel.

00:08:03: Wenn ich in diesem Land nicht bin, dann lasere ich mal dich lesen.

00:08:09: Ist es ein orientalisches Märchenhäufz, wenn man Gewürze schmöcke?

00:08:14: Einfach alles so Sachen!

00:08:17: Oder kann man auch ein Märchen von zwei Hasen verzelt werden?

00:08:21: Dann beobachtest du einen Hasen.

00:08:25: Das hilft alles, damit du nachher innerliche Bilder von dir hast.

00:08:31: Wie gesagt, nur so kannst du es weitergeben, dass es über den Schwabt

00:08:36: geht.

00:08:37: Dann lege ich die Mähre ab und vielleicht hast du ein Jahr oder zwei Jahre nicht verzelt.

00:08:44: Aber wenn du das fürnimmst und gut erarbeitet hast, hast du das in der Kürze wieder intus.

00:08:52: Da orientierst du dich hauptsächlich an den Bildern und probierst auch mit denen, die noch zu haben.

00:08:58: Aber deine Lebendigkeit reinzubringen?

00:09:01: Ja genau!

00:09:02: Weil in diesen Bilder hast du ja die wichtigsten Punkte aufzeichnet.

00:09:08: Und so hast du einfach schnell die wichtigste Punkt

00:09:12: wieder.

00:09:12: Dann lese ich sie wieder durch im inneren Spruch also aus dem Dialekt.

00:09:18: So hast du es eigentlich schnell wieder bereit, Merli.

00:09:22: Aber das Erarbeiten am Anfang gibt es Schutz.

00:09:26: Bis es einmal steht?

00:09:29: Ja, bis du wirklich erarbeitet und verinnerlicht hast.

00:09:35: Das ist natürlich wenn du auf die Bühne gehst.

00:09:40: Wenn du im Unterricht eine Geschichte erzählst ... Ich erzähle ja viel mit kamischen.

00:09:45: Beiden habe ich auch Bilder sowieso hier.

00:09:49: Aber wenn du jetzt auf die Bühne gehst und keine Bilder hast, dann gibt es Arbeit.

00:09:53: Ja... ...aber das ist eine schöne Arbeit.

00:09:54: Machst gerne!

00:09:56: Das ist nachher nicht

00:10:00: gelingt.

00:10:00: Sehr gerne.

00:10:02: Wenn du Geschichten erzählst, machst du das manchmal vor einem kleineren Publikum, manchmal auch vor einem grösseren?

00:10:09: Wie wichtig ist dir zu interagieren mit den Leuten, die dir zulassen sind?

00:10:13: Ich komme ganz darauf an.

00:10:16: Also ich finde es eigentlich faszinierend Wenn die Leute zugelassen sind, ist heute so ein Gut, das nicht mehr viel könnte.

00:10:25: Einfach still sein und zuzulassen.

00:10:28: Und mit der Geschichte schaffst du das?

00:10:30: Das finde ich fast wie ein kleines Wunder.

00:10:34: Dass du die ganze Aufmerksamkeit hast ...

00:10:37: Genau.

00:10:38: Ja.

00:10:39: Da bleibt es nicht hier.

00:10:40: Ja

00:10:40: genau!

00:10:42: Was mich dann auch speziell freut, ist wenn ... Nachher kann sich jeder Wort verstanden.

00:10:48: V.a.

00:10:48: von älteren Leuten ja...

00:10:51: Das ist eine schöne Rückmeldung, oder?

00:10:54: Ja.

00:10:56: Du erzählst schon die Geschichte, wie du es gesagt hast nicht nur eines, sondern immer wieder, mirmals, verändert sich eine Geschichte für dich, wenn du sie vielleicht schon zum zehnten Mal erzählest.

00:11:10: Nein eigentlich nicht!

00:11:11: Also gerade jetzt die biblischen Geschichten, ich meine, sechszehn Jahre verzelt, biblische Geschichten oder noch länger... Ich glaube einfach ... Wir sehen länger sind wir in den Sinden hinter, oder?

00:11:24: Als ich angefangen habe, war ich so nervös und wollte ja nichts vergessen.

00:11:29: Auch wenn das nur sechs Kinder waren.

00:11:32: Aber du wolltest nichts vergessen, du wollest es richtig machen.

00:11:35: Du hast auch noch die Taktik in deinem Kopf drin.

00:11:38: Das habe ich heute nicht mehr.

00:11:39: Heute kann ich mich einfach viel auf Geschichte konzentrieren und finde es nach wie vor schön, dass die Kinder so gerne zuzulassen.

00:11:48: Was machst du eigentlich, wenn du mal der Vater verlierst?

00:11:53: Wenn ich den Vater verliere, also in der Kind sage ich natürlich immer es gibt ja auch immer Kinder die Streckheit während der Geschichte.

00:12:00: Dann sage ich nichts und sage nach der Geschichte, ich kann während der Geschicht nicht Eure Fragen beantworten, das ist kein Interesse.

00:12:08: Und wenn ich den Vater verlieren, dann gibt es ein Hilfsmittel auf der Bühne oben, wenn ich merke, oh jetzt habe ich etwas ausgelassen könnte sagen ihr müsst eben wissen, dass ... Und dann kann man das geholt werden, wenn es wichtig ist.

00:12:23: Wenn es nicht wichtig ist, lässt man es einfach weg.

00:12:26: Aber es gibt ja manchmal so Sachen, die für Geschichten eine Reihenfolge geben und gut weitergehen gehen.

00:12:33: Wichtig ist!

00:12:33: Und wenn ich das vergessen würde, würde ich sagen, dass ihr aber wissen müsst.

00:12:38: Für Verstärkungen wäre es wichtig?

00:12:40: Ja

00:12:40: genau.

00:12:44: Jetzt ganz allgemein gefragt, Monika... Was macht das Geschichte verzauern mit dir selber als Erzählerin?

00:12:51: Ich liebe es einfach über alles.

00:12:55: Es gibt eine Verbindung mit den Leuten.

00:12:58: Es ist für mich auch sehr schön, wenn ich darf ein Geschicht verzäumen.

00:13:05: Also es muss nie sein, es ist immer ein Döffen.

00:13:09: Und wenn die dann so gespannt zu lassen sind und ich das darf erzählen ... Das ist für me sehr schön.

00:13:16: Und auch dankbar für die Vorbereitung und alles.

00:13:22: Wunderbar.

00:13:24: Und ich komme gerne unseren Gästen am Schluss des Podcasts immer noch tief mit, irgendetwas was sie umsetzen und ausprobieren können.

00:13:34: Was möchtest du uns einen Hörerinnen und Hörern mitgeben?

00:13:39: Ich würde auch gerne mitgeben und einfach verzollen.

00:13:43: Vor allem in den Kindern verzollen, verzollen ... Es ist ganz anders als am Handy.

00:13:51: wenn man auch in der Familie einfach Kinder um sich herum hat, ein Buch vielleicht anschaut und erzählt.

00:13:59: Ich finde das ist etwas sehr, sehr Wichtiges, was wir eigentlich schon daheim in den Kindern weitergeben können.

00:14:06: Und als später Kind könnte sich so mit der Geschichte nachher auseinandersetzen.

00:14:12: Manchmal hilft es viel mehr, wie er lange sagen kann, eine solche Geschichte zu erzählen.

00:14:18: Und die

00:14:20: Kinder dürfen

00:14:21: sich selbst ihre

00:14:22: Gedanken

00:14:23: dazu machen.

00:14:24: Genau, und sie möchten sein.

00:14:28: Geschichten leben davon, dass man sie erzählt und davon, das jemanden zuzulässt.

00:14:33: Vielleicht ist es genau etwas, was wir im Alltag manchmal ein wenig vergessen.

00:14:39: Zeit nehmen, loslassen und uns wieder Geschichten erzählen gegenseitig.

00:14:45: Monika, ich danke dir vielmals, dass du Gast warst.

00:14:49: Das ist bei uns!

00:14:50: Und euch liebe Zuhörerinnen und Zuhürern, danke, dass ihr bei «Tru» und «Dee» dabei war.

00:14:57: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann laset gerne auch das nächste Mal wieder rein.

00:15:02: Habt eine gute Zeit!

00:15:04: Tschüss

00:15:06: zusammen!

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